• Elena

Aus den Augen, aus dem Sinn?

«Die Frauen von Belarus» (2021) von Alice Bota


Lukaschenko, Belarus, Minsk, Swetlana Tichanowskaja, Roman Protasewitsch: Worte, die vielen wahrscheinlich nicht ganz unbekannt vorkommen und doch wissen sie nicht genau, in welchem Zusammenhang sie eigentlich stehen. Mir ging es genauso.


In den Medien wird fetzenhaft berichtet. Darüber, was in Belarus vor sich geht. Knappe 2000 Kilometer entfernt liegt die Hauptstadt Minsk von meinem Zuhause in Winterthur und doch weiss ich kaum etwas über dieses Land. Wo es doch viel zu wissen gäbe. Wo es so viel Empörendes zu diskutieren gäbe.


Aus meinen Gedanken verschwand Belarus nie ganz. Immer wieder fragte ich mich, was da eigentlich genau passiert. Dennoch informierte ich mich lange Zeit nicht über meinen üblichen News-Konsum hinaus. Dann begann ich immer mehr Online-Artikel zu lesen und eines Tages fiel mir ein rotes Buch in die Hände.





Das Buch «Die Frauen von Belarus» von Alice Bota erschien erst kürzlich und behandelt, was sich in den letzten beiden Jahren im osteuropäischen Land abspielte. Bota porträtiert drei der einflussreichsten Frauen in den belarussischen Protesten: Swetlana Tichanowskaja, die Lukaschenko als Präsidentschaftskandidaten herausforderte. Maria Kolesnikowa, die eigentlich als Musikerin auf der Bühne stand, dann als Bürgerrechtlerin und nun in ihrer Heimat in Gefängnis verwahrt wird. Und Veronika Zepkalo, deren Mann selbst gegen den Präsidenten Lukaschenko antreten wollte. Zepkalo und Kolesnikowa schlossen sich mit Tichanowskaja zusammen und unterstützten sie in ihrem Wahlkampf.


«Lukaschenko hat die Frauen unterschätzt», schreibt Bota in ihrem Buch. Was vor etwa einem Jahr in Belarus geschah, kann als der Anfang einer Revolution gesehen werden. Bis heute sind die Proteste zwar weniger geworden, gan