• Sasha

Mittsommernachtstraum

«The Heavens» (2019) von Sandra Newman


Manchmal wache ich auf und kann für einen Augenblick Traum und Realität nicht sicher voneinander trennen. Besonders nach heissen Sommernächten, wenn die Luft am Tag so stark flimmert, dass die Wirklichkeit sich zu verflüssigen scheint und sich Partikel einer anderen Welt in unsere Umgebung mischen.


Der Mensch verbringt etwa ein bis zwei Stunden pro Nacht in seinen Träumen – es gibt wahrscheinlich dennoch kaum eine Aktivität, der wir weniger Aufmerksamkeit in unserem Leben widmen. In unserer verplanten, geordneten Welt schleifen wir unser Unterbewusstsein einfach mit, oftmals ohne ihm aktiv Beachtung zu schenken. Kein Wunder meldet es sich dann an den seltsamsten Stellen in unserem Leben. So auch dann, wenn wir wehrlos in unseren Betten liegen.





In Sandra Newmans «The Heavens» weiss Kate genau, wovon sie träumt. Für sie ist die Traumwelt im 16. Jh. in England genauso real, wie das Jahr 2000 in New York, wo sie in Bens Armen schläft. Nicht nur hat Kate im Traum ein ganz anderes Leben, sie hat auch eine wichtige Aufgabe: Kate muss in ihrem Traum die Welt retten, davon ist sie überzeugt. Auch wenn sie nicht weiss, wie oder weshalb sie das tun muss. Zudem glaubt Kate, dass ihre Realität in New York mit ihrer Traumwelt in London verbunden ist: Jedes Mal nach ihren Träumen im 16.Jh. wacht sie in einer leicht veränderten Version des Jahres 2000 auf und muss sich neu zurechtfinden.


« ”I feel as if the world’s getting worse,” Kate said. “Is it me, or has the world gotten worse?”

“It’s worse”, said Ben. »